Texte von Wolfgang Luchtenberg (Pressesprecher)


Kommentar (November 2014)

Liegt Ihre Schulzeit auch schon so lange zurück? Erstaunlich, dass die Menschen (die meisten jedenfalls) gewisse Grundkenntnisse nie vergessen. So habe ich gelernt und nicht vergessen, dass der Rand eher selten  in der Mitte z B. eines Kreises liegt.

Wie komme ich jetzt auf die L 419?

Ach ja, da will ja jemand keine Autobahn durch Ronsdorf. Wenn ich ehrlich bin, bin ich (und Sie wohl auch) ebenfalls strikt dagegen. Vierspurig durch den Ascheweg zum Bandwirkerplatz? Unvorstellbar!

So klingt es aber für mich, wenn ich die Bemühungen derjenigen höre, die eine Untertunnelung beim Ausbau der L 419 fordern. Eine derartige Luxuslösung un-seres Verkehrsproblems könnte ich mir auch gut vorstellen, aber dummerweise muss das irgendjemand bezahlen. Und dieser Jemand ist in Gestalt des Landes der Steuerzahler: Sie und ich!

Wohlwissend, dass das Land angesichts seiner bekannt prekären Finanzlage dafür keine Euro rausrücken wird, ist eine solche Forderung utopisch. Doch da sie permanent wiederholt wird, läuft Ronsdorf Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen, d.h. ein Ausbau wird dann eher nicht kommen. Denn wenn heute mit Tunnel neu geplant würde, darf man mit Sicherheit erst in Jahrzehnten mit dem ersten Spatenstich rechnen. Dann müssen aber alle diejenigen, die dafür heute gesorgt haben, der nächsten Generation erklären müssen, warum es einen Verkehrsinfarkt gegeben hat und sie dann im Dauerstau stehen. Wahrscheinlich wird dann das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel, um relativ schnell von Ronsdorf A nach Ronsdorf B zu kommen. Bedauerlich nur, dass es auch dann ältere Menschen geben wird, deren Mobilität vom Auto abhängt.

Fazit: Der Ausbau muss so realisiert werden, wie er jetzt geplant ist. Und zwar so schnell wie möglich! 


Glosse vom Januar 2015

Wenn‘s läuft, dann läuft es  

 

Im Moment ist die Verkehrssituation in Ronsdorf entspannt. Aber ich stelle mir die Frage, was denn passieren wird, wenn der geplante große Ausbau beginnt.

Oder kommt er doch nicht, obwohl er ja eigentlich dringend erforderlich ist?

Das Land hat sich vor allem aus Kostengründen gegen eine Tunnellösung entschieden. Aber eine Gruppe von Befürwortern dieser Luxusvariante suggeriert den Bürgern seit Monaten, dass es eine große Front des Widerstandes gegen die Ausbaupläne gibt. Deren letzte Äußerungen zeigen mir aber nur, dass man aus dem Rahmen fallen kann, ohne vorher im Bilde gewesen zu sein!

Deshalb will die Aktion „Ronsdorfer für die L 419“ den Bürgern, die bisher eher still für den Ausbau in der jetzt geplanten Form sind, eine Plattform bieten. Ein allemal ehrenwertes Unterfangen.

Jetzt hat der Ronsdorfer eigentlich ein Luxusproblem:

Bin ich für den zügigen Ausbau in der jetzt geplanten Form mit den damit zusammen-hängenden Verkehrsbehinderungen, die ich hinnehmen muss, um der kommenden Generation weniger Verkehrsprobleme, Lärm und Umweltbelastung zu hinterlassen?

Oder plädiere ich für eine Lösung, die für das Land definitiv nicht bezahlbar ist, die eine noch längere Verkehrs-beeinträchtigung mit sich bringen würde und die hinsichtlich der Folgekosten völlig unkalkulierbar ist.

Also: Entscheidet Euch und denkt daran, dass mit unerfüllbaren Wünschen vieles zerredet werden kann.

Ich habe mich entschieden.

Wir sehen uns im Stau (aber nicht mehr lange).

Ein gutes neues Jahr wünscht 

Wolfgang Luchtenberg       



Poetische Gedanken zur L 419

Zur  Ära von Johannes Rau
gab es in Wuppertal schon Stau.
So plante man bereits beizeiten,
den Verkehr geschickt zu leiten.

Ein wesentlicher Teil vom Plan
war das Thema Autobahn.
A1, A3, A 46,
durch diesen Teil-Ring – glaubt‘ man – wird sich    

der Verkehr bestimmt entzerren.
Dadurch – so hofften Planungsherren –
fließt der Verkehr am allerbesten
im Norden, Osten und im Westen.

 Man war zwar danach auch sehr stolz
auf jenen Tunnel durchs Burgholz,
doch man vergaß – sehr zum Verdruss
der Ronsdorfer – den Lückenschluss.
 
Und deshalb ist man hier im Süden
damit schon lange unzufrieden! 
Das Thema wurde lang beredet,
politisch hat man sich befehdet,
 
doch irgendwann – ich weiß nicht wie –
gab’s plötzlich große Harmonie
und man erklärt, was nicht zu ahnen:
Wir beginnen bald zu planen!
 
Polit’scher Wille ist an sich
ja wie ein erster Spatenstich,
drum wär‘ es Taktik at it‘s best,
dass man dies Pflänzchen wachsen lässt.
 
Doch kleinkarierte Fakultäten
wollen’s – bevor es blüht -  zertreten.
„Durch Ronsdorf keine Autobahn!“
Schau ich auf Ronsdorfs Lageplan,
 
versteh‘ ich diese These nicht,
mit der so mancher Gegner spricht.
Der Ausbau ist geplant am Rande,
und jeder weiß doch hierzulande,
 
dass Ränder (das sei nicht verschwiegen)
eher selten in der Mitte liegen!
Das Grundproblem auf dieser Welt,
will man was bau’n, kostet das Geld.
 
Zahl’n müssen die – weiß jedes Kind –
die Herren des Verfahrens sind.
Der Tunnel – das verhehl‘ ich nicht –
stünd‘ Ronsdorf sehr gut zu Gesicht,
 
doch wird sich sicher sehr bald zeigen,
dass dadurch stark die Kosten steigen!
Nein, dessen Kosten explodieren,
sind deshalb nicht zu finanzieren,
 
und weil er gilt, der alte Brauch:
„Wer was bestellt, bezahlt es auch!“
muss der, der realistisch denkt
jetzt nehmen, was das Land ihm schenkt.
 
Der Tunnel ist beim Land gestorben,
doch weiter wird dafür geworben.
Das find‘ ich ziemlich defätistisch
und überdies anachronistisch,
 
denn unsre Enkel, die in Jahren
durch Ronsdorf gehen statt zu fahren,
weil der Verkehr sie dann erstickt,
sagen mit Recht: “Die war’n verrückt,
 
weil diesen Ausbau damals Knaben
grobfahrlässig verhindert haben!“
Auch wenn die Gegner lauthals schrei’n,
das kann nicht Mehrheitsmeinung sein.
 
Und ich will jetzt genau deswegen
den Finger in die Wunde legen:
Die für den Ausbau heut‘ plädieren ,
müssen sich jetzt artikulieren,
 
die Argumente laut vertreten,
müssen sie rauf- und runterbeten,
damit man weiß zu guter Letzt:
Ronsdorf will den Ausbau! Jetzt!

Ronsdorfer für die L 419
J e t z t !